Verbindung. Wenn es klick macht.

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Verbindung. Wenn es klick macht.

Dieser Post ist Teil der Serie „Alltagsschnipsel”. Diese basiert auf der „21 days of writing journey” von Mike Dooley aka. the Universe talks und bei der jeden Tag ein neues Stichwort zum Nachdenken und Schreiben einlädt.


Heute war das Stichwort „Connection”. Verbindung. Mir ist sofort der Spruch der Künstlerin Olivia Steele eingefallen, der als Postkarte in meinem Flur hängt: „Attached to nothing, connected to everything.” (An nichts gekettet, mit allem verbunden)

Ein anderer, etwas verspielterer und albernerer Teil meines Hirns muss allerdings auch immer an Duplo denken. Und an Steckdosen. Aber zurück zum Thema 🙂

Bloß nicht zu anhänglich, bitte!

Alle sehnen sich nach Verbindung. Es ist, als wäre sie das höchste Gut, nach dem wir Menschen streben. Wir wollen uns nicht allein fühlen.
Zugleich aber wollen wir frei und unabhängig sein und vor allem eins nicht: needy, bedürftig. Needy ist das schlimmste, was man sein kann. Zumindest in einer Welt, in der Beyoncé und die independent women regieren. Und überhaupt. Auch mein Freund und ich haben uns schon mehrfach versichert, wie schön wir es finden, dass wir einander wollen aber nicht brauchen. Überhaupt. „Ich brauche dich.” Das klingt schon so altmodisch und melodramatisch und nach jemandem, der nicht allein klar kommt.

Wir wollen allein klarkommen und doch wünschen wir uns Beziehung, Verbundenheit, Zugehörigkeit. Wobei ich unter dem Begriff „Connection” noch mehr verstehe als z.B. Beziehung und Zugehörigkeit. Wenn ich mit einem Menschen „connecte”, dann setzt das viel gegenseitiges Verständnis voraus. Die gleiche Wellenlänge, gleiche Werte. Echtes Verständnis. Dann fühle ich mich so connected – so angeschlossen, so angedockt – dass ich ganz authentisch sein, mich komplett fallen- und einlassen kann.

Klick vs. klonk

Connection klingt nach dem „Perfect Match”, bei dem beide Teile perfekt auf-, an- und ineinander passen. Wenn das so ist fühlt es sich super schön an. Man kann sich endlich entspannen. In einer Folge von Sex and the City sagt Miranda „Finally. We have a connection.” als ihr Sohn Brady sich endlich von ihr stillen lässt. Es hat „klick” gemacht (wie beim Duplo) und endlich ist alles gut.

Manchmal fühle ich mich aber auch disconnected. Dann ist da eine Distanz und es fühlt sich an wie wenn beim Tetris der herunterfallende Stein eben nicht in die Lücke passt. Dann macht es „klonk”. Wie wenn man aneckt. Mit den Ellenbogen gegen Wände stößt. Im Dunkeln oder metaphorisch gesprochen.

Man kann sich auch von sich selbst disconnected fühlen. Bei mir war das lange Zeit so, als ich keinen Zugang zu meinem Bauchgefühl hatte. Da hab ich alles mit dem Kopf entschieden, was mir nicht immer gut getan hat. Die Connection zwischen oben und unten fehlte, die Verbindung war gestört. „Klonk”.

Heute ist sie da, die Verbindung. Ich pflege sie auch gut. Ich höre auf mein Herz und auf meinen Bauch, nehme meine Bedürfnisse wahr und ernst.
Genauso, wie man es in Beziehungen tut, an denen einem etwas liegt. Wenn man aufeinander eingeht, einander wahr- und ernst- und annimmt und miteinander kommuniziert.

Alles ist Beziehung

Alles ist Beziehung. Oder? Und wie war das noch? Alles ist Kommunikation. Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Watzlawick). Vielleicht kann man auch nicht nicht beziehen? Nicht connecten kann man trotzdem. Denn darauf, welche Qualität die jeweilige Beziehung hat, ob es nur eine Bekanntschaft bleibt oder ob wir eine echte Verbindung zulassen, darauf können wir sehr wohl Einfluss nehmen. Und dann macht es klick statt klonk.

Hier könnte ich jetzt aufhören, den Sack zumachen, die Geschichte beenden. Aber natürlich ist nicht Schluss, wenn es klick macht. Ganz im Gegenteil: Genau genommen fängt es dann nämlich erst richtig an und man geht mit seiner Connection auf eine gemeinsame Reise ins Ungewisse. Keiner weiss, wohin die Reise geht. Wenn man sich auf jemanden einlässt, ist es, wie wenn man ein neues Universum erforscht. Man denkt vielleicht, man weiss Bescheid, aber eigentlich weiss man gar nichts. Und das ist auf beiden Seiten so.

Außerdem verändert sich auch das Bedürfnis nach Nähe und Distanz ständig und zwar gern komplett azyklisch. Deshalb kommt es auch in der „perfect connection” öfter mal zu Missverständnissen, macht es auch unter Soulmates hin und wieder „klonk”. Und dann wieder klick, klonk, klick, klick, klonk, klick. Weil jede Verbindung immer aus (mindestens) zwei Teilen besteht, die jedes für sich eine vollständige Entität ist, die keine „bessere Hälfte” braucht um vollkommen zu sein, und die sich trotzdem vielleicht nichts sehnlicher wünschen, als ineinander aufgehen.

Und das ist dann wohl das Paradoxe an dieser Existenz als Mensch: Wir sind zwar alle Individuen, jeder und jede für sich ein absolut einmaliges Wunder. Und doch sind wir auch immer Teil von etwas Größerem und nie ganz allein … Diese Connection, die ist immer da. Egal, ob wir es wollen oder nicht, egal, ob wir sie fühlen oder nicht.


Ein paar Tipps wie du liebevoller mit dir selbst umgehen und so letztendlich auch besser mit dir selbst „connecten” kannst 🙂 findest du in diesem Artikel: „Was Du jetzt für dein Wohlbefinden tun kannst. Meine Top-20).” Viel Spaß dabei!


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Als kleines Dankeschön gibt es eine geführte Meditation on top 🙂 und dann freue ich mich, von dir zu hören!

Geführte Bergmeditation

1 Kommentar

von noemie