Ungewissheit. Von der Schönheit, nicht alles zu wissen.

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Ungewissheit. Von der Schönheit, nicht alles zu wissen.

21 days of writing

Ich kann mir nicht helfen, ich hab einfach ein Faible für Challenges. Meine Freunde kennen das schon von mir. Ich stecke mir Ziele beim Laufen und rufe dann auch gern mal per Instagram zur 100Kilometer-pro-Monat-Challenge auf. Im Juli und August habe ich (fast) komplett auf Zucker verzichtet. Ich faste regelmäßig und lote gern aus, wo meine Grenzen sind. Außerdem habe ich allein im letzten Jahr an der 21 Days of Abundance-Challenge von Deepak Chopra teilgenommen und am 21 days of visualisation project von Mike Dooley aka. the Universe talks*. Seit heute bin ich auch in Mikes neuem Projekt dabei: „the 21 days of writing journey”.

Die Challenge besteht darin, dass wir jeden Tag ein Stichwort bekommen, zu dem wir etwas schreiben sollen, wollen, dürfen 🙂 Das heutige Wort war „uncertainty”, also Ungewissheit. Wir sollten über einen Moment in unserem Leben erzählen, wo wir nicht wussten, was als nächstes kommen würde und trotzdem weitergegangen sind. Was mir da aus dem Kugelschreiber (ja, ich werde diese Journey mit der Hand gehen) geflossen ist, fand ich so schön, dass ich einfach Lust bekommen habe, diese Gedanken mit euch zu teilen. Und so gibt es hier – wenn ich es zeitlich und gehirnschmalz-mäßig hinkriege – für die nächsten 21 Tage (mindestens) 21 kleine Mini-Artikel mit meinen Erkenntnissen zu den Stichworten aus der Challenge.

Viel Spaß mit der neuen Serie „Alltagsschnipsel”! Wenn ihr Lust habt, schreibt mir doch einfach eure Erkenntnisse und Gedanken dazu in die Kommentare. Ich freue mich auf den Austausch mit euch!


Die Ungewissheit …

Ungewissheit also. Wann waren die nächsten Schritte ungewiss und ich bin sie trotzdem gegangen? Wann habe ich mich in den Nebel gewagt?

Als erstes ist mir die Zeit vor ein paar Jahren eingefallen, als ich mich entschloss, aus dem Familien-Business auszusteigen, in dem ich mit meiner Schwester und meinem Vater arbeitete. Ich wusste nicht, was genau danach kommen würde, ich wusste nur, dass ich so wie es lief nicht weitermachen wollte. Eine gewisse Vision hatte ich: Ich wollte Reisen und vom Übersetzen und Texten leben. Und so bin ich los.

Im Nachhinein weiss ich, dass ich gerade am Anfang ganz schön Glück hatte. Ich hatte nämlich gleich relativ viele Job-Aufträge, die mir den Absprung sehr erleichtert haben. So konnte ich erstmal 3 Monate durch Asien und Australien tingeln ohne mir große Sorgen zu machen. In dieser Zeit dachte ich wenig darüber nach, was nach meiner Rückkehr nach Berlin werden sollte. Alles war ungewiss, aber mein Vertrauen in die Zukunft stark. Hätte ich gewusst, wie schwierig es noch werden würde, hätte ich den Sprung vielleicht nicht gewagt.

Dennoch bin ich trotz all der Schwierigkeiten, die sich mir später noch in den Weg stellten heute so dankbar, dass ich diesen Weg gegangen bin. Und deshalb letztendlich auch total dankbar für die Unsicherheit, für den sprichwörtlichen Nebel, in dem ich damals tappte.

It’s time that I let go of things I can’t control. This path that I have taken is the only one I know.

„Trick of the light”, Villagers

Wenn ich jetzt so darüber nachdenke habe ich das Gefühl, dass es für mich und meine persönliche Entwicklung sogar besser war, nicht genau Bescheid zu wissen. Vielleicht brauchte ich die Unsicherheit, um loszugehen?

… kann auch etwas sehr Schönes sein!

Vielleicht kann Unsicherheit auch manchmal etwas sehr Schönes sein. Klar, es kann so einiges schief gehen, aber hey: Unsicherheit birgt ALLE Möglichkeiten in sich. Sie ist wie ein unendlicher Raum, in dem alles passieren kann. Während man sich die absolute Gewissheit (die es meiner Meinung nach sowieso nicht gibt) wie einen geschlossener Rahmen vorstellen kann, der nur bedingte Variationen zulässt, so kann man sich die Ungewissheit als eine Leinwand vorstellen, auf der sich nach und nach das schönste Bild der Welt erst noch herauskristallisiert. Wie bei einem Polaroid. Ein Bild, so schön, wie man es sich noch nicht mal in seinen kühnsten Träumen hätte ausmalen können, denn auch die Fantasie und die Fähigkeit zu visualisieren, speisen sich zu einem gewissen Grad aus dem, was man für möglich hält und was man erlebt hat …

Mir gibt dieser Gedanke gerade ehrlich gesagt total viel Kraft, weil ich mich immer wieder in Situationen, Momenten, Phasen wiederfinde, in denen ich eine tiefe Unsicherheit spüre. Gerade jetzt in diesen komischen Zeiten. Meistens empfinde ich diese Unsicherheit dann als eher unangenehm. Bis heute. Denn vielleicht kann es mir und uns (!) und allen (!) ja in Zukunft gelingen, uns immer öfter auch an den Zauber der Ungewissheit zu erinnern und an all die verrückten Möglichkeiten, die in ihr versteckt schlummern. Ich will es versuchen! Macht ihr mit?

Das Leben ist eine einzige Ungewissheit!

Und, last but not least: DAS LEBEN IST UNGEWISSHEIT. Jeden Tag erleben wir unzählige Momente, in denen wir nicht wissen, was als nächstes kommt. Und dann gehen wir trotzdem weiter. Immer weiter. Mit jedem Schritt, mit jedem Tag. Und hey, was haben wir nicht schon für verrückte Abenteuer erlebt?


* Wer Mike nicht kennt: Der Kerl schreibt seit Jahren die „Notes from the Universe” und wer sich dafür abonniert, bekommt jeden Tag eine Email vom Universum. Das hier soll keine Werbung sein, aber ich muss sagen, dass ich mich auch nach Jahren immer noch jedes Mal darüber freue und die Nachrichten teilweise auch als Screenshot an meine Freunde schicke, weil sie so schön sind. <3


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Als kleines Dankeschön gibt es eine geführte Meditation on top 🙂 und dann freue ich mich, von dir zu hören!

Geführte Bergmeditation

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von noemie