Coaching Salon – Ein Tag voller Visionen

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Coaching scheint der neue „heiße Scheiß“ zu sein: In meinem Freundeskreis gibt es gleich 2 enge Freundinnen, die die Ausbildung zum Coach machen bzw. gemacht haben. Seitdem ist eine Art Domino-Effekt eingetreten, denn wir Freunde und Bekannte sind allesamt dankbare Nutznießer/innen davon geworden. Zahlreich haben wir uns als „Coachees“ zur Verfügung gestellt – so nennt man diejenigen, die ein Coaching in Anspruch nehmen – und sind damit zu „Versuchspatienten“ für die angehenden Coaches geworden. Ich auch. Allerdings hatte das Ganze so gar nichts von Versuch, denn mein Coach ist die beste, die ich mir hätte wünschen können. Ihr Name ist Jona Armborst und das ist ihre Seite.

Jona hat sich mit einer meiner besten Freundinnen – Rike Janke – zusammen getan, um Gruppenworkshops zu leiten, den sogenannten „Coaching Salon“.  Zwischen den beiden war es Liebe auf den ersten Blick und gemeinsam sind sie ein absolutes Dreamteam. Der erste Coaching Salon fand Ende Juni bei Rike in Berlin Friedrichshain statt. Die Teilnehmerinnen entstammten dem Coaching-, Freundes- und Bekanntenkreis der beiden und kannten sich untereinander nur vereinzelt. Uns alle vereinte die Neugier und Lust auf das Thema Visionsfindung und Visualisierung von Visionen, denn darum sollte es an dem Tag gehen.

Das Kernstück des sechsstündigen Workshops war die Erstellung eines sogenanntes Vision Boards. Darunter versteht man eine Collage, die eine Art Momentaufnahme deiner aktuellen Situation und deiner momentanen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse darstellt. Die Bilder für das Vision Board kannst du aus Zeitungen und Zeitschriften ausschneiden oder über Plattformen wie z.B. Pinterest suchen. Auf Pinterest kannst du dein Vision Board dann auch gleich online erstellen. Alternativ kannst dir dafür Zeit mehr lassen und es ganz analog mit Schere, Klebe und Papier basteln.

Ob digital oder analog: dir sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es geht dabei nicht um die Realisierbarkeit deiner Träume, sondern einfach nur um deine Träume. Fragen wie „Ja, aber wie komme ich denn da hin? Geht das denn überhaupt? Darf ich das?“, kannst du an dieser Stelle getrost über Bord werfen. Mach dir auch nicht zu viele Gedanken über die Auswahl der Bilder. Wähle alles aus, was dich anspricht, Gefühle in dir auslöst, dich zum Träumen animiert und irgendwie symbolisch dafür steht, wie du dir dein Leben vorstellst. Es kann so abstrakt sein wie du willst und niemand muss das Ergebnis verstehen. Außer dir selbst.

Ein Anspruch an Vollkommenheit besteht auch nicht. Das Ganze darf wie gesagt eine Momentaufnahme sein, die du auch ganz entspannt als solche betrachten darfst und die du bei Bedarf jederzeit ergänzen, aktualisieren und anpassen kannst. Du musst auch nicht alle Aspekte und Bereiche deines Lebens abdecken. Lege den Fokus dorthin, wo du gerade möchtest, ziehe ihn so weit oder auch so eng wie du willst. Lass deiner Fantasie freien Lauf!

Bevor es mit dem Basteln losging, wollten Rike und Jona uns aber erstmal im Moment verankern. Diese Achtsamkeit ist ein integraler und wichtiger Bestandteil nicht nur des Workshops, sondern auch der Philosophie der beiden. Und so “groovten” wir uns mit einer halbstündigen geführten Meditation ein, bei der wir uns verschiedene Bereiche unseres zukünftigen Lebens vorstellen sollten: Liebe und Beziehung, Gesundheit, Berufung, Spiritualität, Finanzen, sowie Freunde und Familie.

Leider jedoch hat die Meditation bei mir überhaupt nicht funktioniert, sondern wurde zu einem ziemlich irritierenden Erlebnis, da ich an buchstäblich jeder Ecke auf Hindernisse stieß. Nichts, was da vor meinem inneren Auge erschien, entsprach auch nur ansatzweise meinen Wünschen und Träumen. Von Visionen keine Spur …

Als die Meditation vorüber war, hatte ich ergo keinen blassen Schimmer, wie ich daraus nun ein Vision Board basteln sollte.
In der folgenden Sharing-Runde stellte sich jedoch bald heraus, dass ich nicht die einzige mit Schwierigkeiten war. Einigen von uns kam der Geist in die Quere, der Bilder heraufbeschwor, die verdächtig an vergangene Urlaube, Werbe- oder Filmszenen erinnerten und nichts mit unseren ureigenen Träumen und Wünschen zu tun hatten …

Schön war immerhin, dass sich auch dieses „irritierende Erlebnis“ nicht niederschmetternd anfühlte. Es kommt eben immer darauf an, wie wir die Dinge deuten: Auch „negative“ Empfindungen haben ihre Berechtigungen. Oft wollen sie uns lediglich auf etwas hinweisen und das muss nicht per se schlecht sein. Ich hatte auf jeden Fall ein paar Ideen, wie ich das Ganze positiv umdeuten konnte und konnte mich so voller Neugier an die „Arbeit“ machen.

Rike hatte uns stapelweise Zeitschriften zur Verfügung gestellt, die wir nach Herzenslust ausschlachten durften. Bald kehrte konzentrierte, friedliche und kontemplative Stille ein. Alle waren damit beschäftigt, Magazine zu durchblättern und sich inspirieren zu lassen. Das Haptische hatte eine überaus beruhigende Wirkung auf mich und später waren wir uns alle einig, wie schön es doch war, mal wieder „was mit den Händen“ zu machen und zu basteln. Ganz einfach mit Papier, Schere und Klebe.

Die Gespräche, die sich nebenbei entspannen, waren mindestens genauso interessant wie das Vision Board. Ganz en passant inspirierten wir einander und machten einander Mut, verschiedene Wünsche, Bedürfnisse und Träume zu verbalisieren und anzugehen. Im Gespräch wurden gewisse Dinge klarer, wurden Unsicherheiten aufgelöst, Fragen geklärt, Pläne geschmiedet. Bald war die Stimmung fühlbar aufgeladen mit Inspiration, Mut, Kreativität!
Insgesamt war es eine tolle Stimmung und ich hatte das Gefühl, in einem kraftvollen Quell von „Schwestern-Energie“ zu baden.

Am Ende sind die Vision Boards so unterschiedlich geworden wie wir selbst, wobei es ein paar Themen gibt, die uns allen wichtig sind. Selbstbestimmung, Achtsamkeit, Liebe sind einige davon …

Übrigens: Selbst wenn du noch keine Ahnung hast, was du willst oder wie deine Vision aussieht: fang einfach an! Beim Blättern (oder beim digitalen Stöbern) findest du Inspiration. Achte einfach darauf, was dich anspricht, und schneide es aus oder lade es dir herunter. Beim Ordnen und Aufklebern merkst du dann ganz von allein, was zusammen gehört, wie sich alles zusammenfügt, ob du vielleicht doch noch ganz gezielt nach einer Ergänzung suchen möchtest … Und so fügt sich vor deinen Augen langsam alles zusammen, beginnt Sinn zu ergeben, und teilt dir auf eine absolut individuelle Art mit, wo im Prozess du gerade stehst und wo du hinwillst. Probiere es aus und vor allem hab’ Spaß dabei!

So sieht mein Vision Board aus:

Und so die der anderen.

Danke an alle, die diesen tollen Tag möglich gemacht haben! You rock und ich weiss, dass all unsere Träume in Erfüllung gehen können!

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von noemie